Warum entstand die Übungsreihe „Heitere Gelassenheit“ ? Seit über 35 Jahren beschäftige ich mich in der Praxis mit psychotherapeutischen Methoden. In der Begegnung und Auseinandersetzung mit seelisch und psychosomatisch erkrankten Menschen erlebe ich sehr oft die hilfreiche Wirkung entspannender Methoden ( z.B. : das Autogene Training, die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und Tunner oder Ansätze aus der Atemtherapie).
In Verbindung mit tiefenpsychologisch-therapeutisch gesteuertem Phantasieerleben und dem Handwerkszeug der medizinischen Hypnosetherapie ließ sich bei vielen Personen ein hervorragender Zugang zum Unbewußten herstellen, um eine Heilung und eine gesunde positive Entwicklung in Gang zu setzen im Sinne der Bewusstwerdung.
Aus der so einfach anmutenden Grundhaltung der entspannten Konzentration, die jedoch oft nur durch längere Übung erreichbar ist, geraten wir in einen Zustand, in dem wir uns selbst viel tiefer und heilend, in einer sehr förderlichen Art und Weise beeinflussen und erleben können. Wir sind ja für unser Leben vollständig selbst verantwortlich.

Hilfreich ist eine Förderung der Fähigkeit zum Entspannen, die Einübung in kontemplative, meditative oder einfach nur entspannende geistige Haltungen sowieso bei jeder Art der psychotherapeutischen Behandlung – und natürlich auch als Antwort auf jede Art der alltäglichen Streßbelastung.
Je konzentrierter und entspannter wir sind, desto besser und feiner können wir uns selbst, unsere inneren Regungen, unsere Gedanken und Gefühle, unsere Ängste und Sehnsüchte wahrnehmen. Man kann sogar sagen daß wir dabei „hören können, wie wir hören, sehen können, wie wir sehen“. Wir werden bewusster.

Wir entwickeln ein Gespür und ein Verständnis dafür, was in der Ebene unserer psychischen Gestaltungskräfte vor sich geht.

In der Auseinandersetzung mit unserer Umwelt, mit anderen Menschen, in unserem alltäglichen Überlebenskampf, mit unseren eigenen Sehnsüchten und Ängsten, in all unseren inneren und äußeren Bewegungen und Haltungen brauchen wir eine gute achtsame geistige Ebene, von der aus wir uns selbst begleiten und nach unseren ethischen Grundregeln verantwortlich anleiten.
Im Laufe der letzten Jahre habe ich immer wieder für einzelne Patienten Tonbänder besprochen, individuell eingerichtete Texte entworfen und diese als Übungsanleitungen mit nach Hause gegeben. Viele Patienten haben durch die täglichen Übungen sehr gut profitiert.
Sie haben durch eigene „Anstrengung“ das innere Anhalten und die konzentrative Entspannung gelernt, haben sich wach, kritisch und doch positiv mit den gesprochenen Texten auseinandergesetzt. Einige Textbereiche hörten sich auf vielen Tonbändern sehr ähnlich an, die grundlegenden Gedanken und Vorstellungen haben offensichtlich eine recht allgemeine Gültigkeit.