Liebe heilt! Essay von K. Steinborn

Der erwachsene Mensch zeichnet sich durch seine Bewusstheit und seine Fähigkeit zur Liebe aus. Liebe setzt Respekt voraus, Achtsamkeit und Annehmen.

S. Freud meinte, Gesundheit sei die Fähigkeit zu Liebe, Arbeit und Genuss.

Was passiert, wenn das wichtige Grundbedürfnis des Menschen nach Liebe, Zugehörigkeit und Annahme gestört erscheint?
Wir entwickeln dann Krankheiten und Symptome, verhärten und verspannen uns. Unser Leben, also unser Körper und unser Geist, unsere Umwelt insgesamt, werden von uns in einer Haltung aufgebaut, die auf Kampf, Flucht, Aggressivität und tiefer Bewusstlosigkeit beruht. Bei vielen aggressiven, hyperaktiven und „schwierigen“ Kindern können wir sagen, sie seien eigentlich „gar nicht da“. Ebenso gilt es für die erwachsenen Menschen, mit denen wir dann kaum eine Begegnung erfahren können.

Jedes kleine Kind möchte notwendigerweise zuerst einmal seine Zugehörigkeit und seine Bindung als sicher erfahren. Vor, während und nach der Geburt. Und mindestens 6 weitere Jahre lang. Die Psychoneuroimmunologie, die moderne genetische Zellbiologie, ja selbst die Quantenphysik lehren uns heute, dass die genetische Ausstattung des Kindes schon Monate vor (!) der Zeugung festgelegt wird. Im väterlichen und im mütterlichen Anteil müssen sich die doppelt angelegten DNA-Stränge teilen, also geben Vater und Mutter eine Auswahl der 34000 vorhandenen (von deren Eltern stammenden) Gene mit, aus den insgesamt doppelt vorhanden und damit 68000 Genen werden 50% ausgesucht. Jeweils das mütterliche oder das väterliche Gen. Die elterlichen Gen-Sätze stellen damit eine Auswahl dar! Diese Auswahl richtet sich nach den sozialen und psychischen Bedingungen, in denen die Eltern leben. Eine liebevolle und sichere Umwelt fördert eine Betonung der Gene, die das Kind selbst liebevoller werden lässt. Und:
Liebe vor und in der Schwangerschaft lässt die Kinder gesünder, schöner und intelligenter werden !

Noch einmal bedacht: unsere genetische Ausstattung bedingt nur weniger als die Hälfte unserer Entwicklung – mehr als die Hälfte liegt in unserer eigenen Erfahrung, unserer Wahrnehmung, unserer Umwelt – wir sind selbst verantwortlich für unsere Entwicklung – und natürlich für die Entwicklung unserer Kinder.

Nun, zurück zu der Frage, was geschieht, wenn Bindung nicht trägt, wenn die frühen Erfahrungen entwicklungshinderlich sind?

Unsere Phantasien sind die der Zurückweisung, des Zurückgelassenwerdens, der existentiellen Bedrohung, wenn die Bindung nicht mehr trägt. Wir möchten Nähe, aber wir fühlen uns abhängig. Es entsteht eine Bedrohung, wenn Eltern, Partner oder andere geliebte Menschen uns „nicht mehr sehen“ oder uns verletzen und kränken, verraten. Wir definieren uns als Opfer, werden krank.

In uns entsteht ein Konflikt, der aus vielen Komponenten besteht.
„Nähe, liebende sehnsüchtige Gefühle, Vorstellungen von Alleinsein, Verlorenheit, Angst, Schuld, Verlust des wachen Bewusstseins und eine aufkommende Wut.

Ein Gemenge von zumeist unbewusst verbleibenden Vorstellungen kommt in innere krank machende Dynamik. Das sind die die so genannten psychischen unbewussten Konflikte. Wir verkrampfen uns, verlieren die Schwingungsfähigkeit, werden starr und verschließen uns selbst. Und wir gehen nur noch verkrampft auf andere Menschen zu, um irgendwie geschützt zu sein.
Die anderen Menschen rücken dann weiter von uns ab. Eine Spirale ist entstanden, voller Unheil, Trennung und Kränkungen, Ängste verstärkend. In der Folge entstehen die Ignoranz, das Nicht-Hinsehen, Nicht-wahr-haben-Wollen und eine zunehmende Gier.

Eine Grundvorstellung, die uns in die psychischen Konflikte hineinträgt, ist unsere – insbesondere unbewusste – Idee über das Abhängigsein. Natürlich tragen wir aus der Kindheit noch immer eine tiefe Sehnsucht in uns, abhängig sein zu dürfen. Aber diese tiefe Sehnsucht führt uns heute als Erwachsene weg vom Erwachsensein zurück in eine frühkindliche Haltung. Über die Sehnsucht nach abhängiger Nähe verlieren wir heute unsere Attraktivität für unseren Partner. Als kleines Kind ist Abhängigkeit in Ordnung, die Erfüllungen dieser Sehnsüchte sind Voraussetzung der Entwicklung und des Wachstums.

Wir haben in Form unbewusster Glaubenssätze Vorstellungen über unsere Beziehungen und speziell über unsere sozialen Partner. Solange der Partner oder das geliebte Objekt unsere Vorstellungen und Erwartungen erfüllt, wir also unsere Befriedigung erfahren, geraten wir nicht weiter in Not. Alles scheint in Ordnung. So gibt es perfide Arten der Befriedigung und Bestätigung, wenn frühkindliche Katastrophen wieder erlebt werden.

Offensichtlich ist es aber doch sehr wichtig, dass wir in unseren erwachsenen Beziehungen Kompromisse eingehen. Es gilt, bereit zu sein, unsere unbewussten Annahmen der aktuellen, wirklichen Umwelt und Beziehung anzupassen.

Befriedigung tritt ein, wenn wir befriedigt werden, wenn also unsere Erwartungen und Vorstellungen, unsere Sehnsüchte erfüllt werden.
„Du sollst so sein, wie ich Dich brauche.“

Angst setzt in dem Moment ein, wenn wir enttäuscht werden. Unsere Bindung und unsere Zugehörigkeit sind bedroht. Unsere früh gelernten unbewussten Programme werden sofort aktiviert. Das jedoch ist zunächst die Reaktion des kleinen Kindes!

Unsere erwachsenes und flexibles Bewusstsein brauchen wir dazu, um unsere bewussten und unbewussten Vorstellungen und Erwartungen der Realität anzupassen, wir müssen die reale Möglichkeit für Befriedigungen erkennen können, unsere eigene Einwirkungskraft begreifen – aus einem bewussten Geist heraus und in aller Selbstverantwortung. Wachstum, Entfaltung und Kreativität haben mit Offenheit, mit Sich-Öffnen zu tun. Kampf und Angst führen zum Sich-Verschließen.

Wenn wir bewusst in diese Umwelt und auf Menschen zugehen wollen, könnten wir folgende Sätze zu uns sagen:

Ich erlebe Dich – ich schaue Dich an und versuche, Dich voller Respekt zu erleben. Ich suche das Gespräch, die Begegnung.
Ich bin bereit, zu akzeptieren, anzunehmen, nachzuvollziehen.
Du unterliegst auch Veränderungen, Entwicklungen, Bewegungen. Ich prüfe dabei immer wieder meine Erwartung, meine Vorstellung von Dir.
Wie sehe ich Dich – und wie kann ich in dieser Beziehung meine Vorstellungen und Erwartungen befriedigen?
Auf einer bewussten Ebene, als bereits erwachsener Mensch. Wohl wissend um den Einfluss meiner unbewusst abgespeicherten frühen Lern-Erfahrungen über diese Welt.

Was ist los mit den unbewussten Erwartungen, die für unser Unheil und Leid ursächlich sind? Für unsere Symptome, Erkrankungen, psychischen und sozialen Katastrophen?
Unsere unbewusste psychische Dynamik gestaltet unser Leiden entsprechend den inneren Glaubenssätzen und Erwartungen.
Es gibt bei jedem von uns leidvolle Sätze, die sich unbewusst ihren Weg bahnen. Sie sind entstanden in den ersten 6 Lebensjahren, als wir in unserer Kindheit alles um uns herum begierig aufgenommen, gelernt und abgespeichert haben.

Wenn ein unbewusster Glaubenssatz aus den ersten 6 Lebensjahren heißen würde, dass ich der Kleine, Verlassene, Zu – kurz – Gekommene sei, muss ich prüfen, ob der heutige – erwachsene – Partner mir nicht gerade diesen Satz bestätigen und erfüllen hilft. Und er dies ebenfalls unbewusst tut !

Ist unser Partner nicht vielleicht gerade Gehilfe für die Wiederholung der frühen Erfahrungen, der Leiden und Katastrophen? Streben wir vielleicht unbewusst, aus der frühen „Programmierung“ heraus, nach Bestätigung der früh erfahrenen Welt?

Bewusst und offiziell würden wir solche leidvollen Erwartungen und Selbst-Vorstellungen selbstverständlich immer ablehnen. Aber es gibt – wie schon gesagt – eine Art der perfiden Befriedigung für solche unbewussten Vorstellungen. Ein grundsätzliches Wohlgefühl, für unsere inneren Annahmen und Erwartungen Bestätigung erfahren zu können. Wir halten es für „typisch“, wieder enttäuscht zu sein, wir hätten es ja schon geahnt, dass wieder alles schief geht.
Die respektvolle Begegnung ist für die Partnerschaft, die Liebe, also die Beziehung ein wichtiger und grundlegender Aspekt. Dass wir auch bereit sind, uns selbst mit Respekt zu begegnen, ist die Voraussetzung dafür, einem Partner oder dem geliebten Menschen – oder unserer Umwelt – mit Respekt begegnen zu können.

Es geht um Achtsamkeit. Respekt. Liebevollen Umgang miteinander.

Je mehr wir uns selbst eine bewusste respektvolle Haltung zeigen, umso leichter kann uns auch ein Partner Respekt erweisen. Zum Wesen des Respekts gehört eine gewisse wohltuende Distanz, die ein Miteinander-Sein erst ermöglicht. Wir können uns selbst nur respektieren, wenn wir uns selbst innerlich in einer guten Distanz begegnen, uns unseres Selbst bewusst werden. So ist es wichtig, die Unternehmungen und Aktivitäten unseres Ego achtsam zu studieren, sie zu bemerken und zu begreifen. Besonders wichtig sind die UNBEWUSSTEN ANTEILE ! Wenn wir unser Ego verstehen, so lernen wir auch zu verstehen, nach welchen tief verborgenen Motiven das Ego handelt. Sehnsucht, Verlangen, Gier, Selbstsucht, Anklammern, Aggressivität, Ignoranz. Wir lernen langsam zu verstehen, wie schwer es offensichtlich für ein Ego ist, in einem tiefen Mitgefühl für uns selbst und die anderen Wesen zu agieren. Je mehr wir verstehen, was das Ego tut, umso mehr erkennen wir sein Greifen nach einem Halt, sein Handeln ausschließlich für die eigenen Zwecke, für den Erhalt der eigenen Form. Das Ego greift, greift nach Sicherheit, Befriedigung, Größe, Festigkeit, Erfolg. Es besteht Mangel an echtem, tiefem Mitgefühl für uns selbst und die Welt. Wir leiden unter dem Vorherrschen der selbstsüchtigen Motive, es besteht einfach ein Mangel an LIEBE.

Erfahrungen werden von uns als Tatsachen bewertet, so haben wir alle es als Kinder gelernt. Hier vollzieht sich ein Griff des Ego in unsere aktuelle erwachsene Wahrnehmung von der Welt. Erfahrungen sollen Beweise sein für Wirklichkeit. Sie sind aber immer nur Hinweise auf unsere eigene, ganz individuelle Wirklichkeit, die wir durch Wahrnehmung erschaffen haben. Die Wirklichkeit, die wir erfahren können, aber nur jeweils individuell. Jeder Mensch hat nur seine eigene Wirklichkeit, die er aus Wahrnehmungen zusammenbaut. Das menschliche Gehirn befindet sich in stetem Vergleichen, wir leben aus unseren Erinnerungen heraus! Da stünde uns eine große Bescheidenheit an, eine gewisse Demut vor den vielen Millionen Wirklichkeiten. Die einzigartige Wahrnehmung ist konstruierendes Merkmal von Wirklichkeit. Und die Erfahrung ist damit eigentlich nur Darstellung, Abbildung, Effekt aus unserer inneren Struktur. Persönlichkeit baut sich aus den geformten Erfahrungen auf. Unsere inneren – und speziell die unbewussten – Verarbeitungsmuster werden nach der eigenen Bestätigung suchen. Wir können keine anderen Erfahrungen machen als unsere eigenen – also die uns jeweils möglichen.

Selbsterkenntnis und inneres Anhalten, sich selbst zu bemerken und sich zu begegnen sind Voraussetzungen und Ziele in unserem Bemühen, unsere Einzigartigkeit bewusst zu verstehen. Und über das Annehmen der Einzigartigkeit von Wirklichkeit können wir langsam versuchen, anderen Menschen und Wesen wirklich zu begegnen. Die Welt des anderen ist in ihrem Haften an Strukturen der unseren Welt sehr ähnlich. Damit ergibt sich aber, dass unsere Grundangst des Verlassenseins, des Alleinseins, des Geworfenseins in diese Welt eigentlich doch der Einzigartigkeit unserer inneren Wahrheiten entspringt:
der individuellen Wahrnehmung, die Wirklichkeit entstehen lässt.
Wir sind allein – aber wir haben die Möglichkeit, andere Menschen und Wesen, die auch für sich alleine existieren, in unserem Mitgefühl zu berühren. Wir leben in einer nicht getrennten Welt! Alles und jedes berührt einander. Die Grundtatsache des Allein-Existierens ist von mir zuerst einmal zu akzeptieren. Das Ego allerdings entwickelt Gedanken, Vorstellungen und Gefühle von bodenlosen Ängsten, wenn es sich mit dem Dasein in einer einzigartigen Wirklichkeit zurechtfinden soll. Das Ego versucht, etwas nicht zu akzeptieren, nicht anzuerkennen, nicht wahr zu haben, was unsere Existenz so grundlegend bestimmt.
Die Wirklichkeit als Nicht-Wirklichkeit im alltäglichen Sprachgebrauch.
Die Einzigartigkeit ist immer zu verstehen vor dem Hintergrund des Nicht-Getrenntseins – meine ganze Welt liegt in meinem „Reinen Bewusstsein.“ Die Welt, in der ich lebe, liegt nach der Erkenntnis der Quantenmechanik innerhalb meines Geistes! Ich bin untrennbar verbunden mit Allem – aber ich bin auch unendlich allein in diesem All – es gibt hier keinen Widerspruch.
„To be alone“ – heisst : to be all one……..

Können wir über diese Erkenntnis und dieses Wissen denn nun unsere Ängste verlieren? Wir wisssen nun bewusst mehr über unser Leben, wir anerkennen unser Allein-Sein, aber wir können nicht so schnell in unserem Ego eine Beruhigung wirksam werden lassen. Von ganz allein und unbewusst wird das Ego nicht liebevoll! Die unbewussten Strukturen, unsere frühen „Programmierungen“ bestimmen zu weit unser erwachsenes Wahrnehmen und unseren Umgang mit dieser Welt, die ja eigentlich nur in uns drinnen liegt.

Voraussetzung für das Nachlassen unserer Angst und der Depressionen wäre unsere Versöhnung mit unserem inneren Kind, das Aufräumen in unserer frühen Lebensgeschichte, die sich unbewusst verankert hat. Versöhnung heisst Annehmen! Wir können nur versuchen, mehr und mehr wach und aufmerksam zu leben, in hoher steter Achtsamkeit für uns selbst und andere zu wirken, aus tiefer Liebe heraus. Unser Ego voller Erwartungen, Vorstellungen und unbewusster Glaubenssätze muss aufgeräumt werden. Dabei ist es ein Kennzeichen unseres heutigen Lebens, dass wir von einer großen Zahl unbewusster Vorstellungen und Erwartungen geleitet werden, zu denen uns kein Zugang erleichtert wird. Die Betonung des verstandesgeleiteten Lebens, des Funktionierens und der Leistung erschwert die Entwicklung des eigenen Respekts und des Mitgefühls, verhindert weitgehend die Öffnung des Bewusstseins. Es geht um die Entwicklung unserer Herzensbildung.

Das kann sich jeder von uns fragen:

Wo sind die seelischen Nachfolger der kindlichen Bedrohungen, der frühen Ängste und Sehnsüchte aus unseren Abhängigkeiten ? Wie reif bin ich eigentlich geworden ? Wie weit habe ich mein Bewusstsein öffnen können ?
Habe ich die Schwellen vom Kind zum Heranwachsenden, zum Jugendlichen, zum Erwachsenen und zu Vater und Mutter gut erreicht und bewältigt ? Wo sind in meinem heutigen Leben, in dieser Welt die Rituale, die Reifungssituationen, die wir durchlaufen, um danach tatsächlich sagen zu können – in einem inneren Selbstgespräch – ich sei eine Stufe weiter gekommen in meiner Entwicklung, ich lebe mehr und mehr mit Bewusstheit und Achtsamkeit, mit Respekt vor den Lebewesen und für die Entwicklung der Liebe.

Wie anstrengend, kräfteraubend und elend ist es doch, unsere ganze alte Geschichte mit uns herumschleppen zu müssen und uns durch sie immer wieder opfermässig in Leiden gestoßen zu fühlen. Unser Ego versucht mit aller Macht, Schmerz und Angst zu vermeiden, dabei reproduziert es aber nur mehr Not.
Hier liegt eine besondere Falle, die unser Ego offensichtlich errichtet hat: wir glauben, wir seien OPFER ! Wir sind aber keine Opfer, sondern wir haben die Möglichkeit, uns selbst zu helfen und unser Bewusstein zu öffnen.
Öffnung braucht Liebe, Annehmen, die Gewissheit, zu einem harmonisch ausgerichteten Miteinander aller Lebewesen zu gehören.

Die Überprüfung in uns selbst, wie weit wir noch von den kindlichen Bedrohungen und Sehnsüchten bestimmt sind, verlangt von uns eine große innere Toleranz gegenüber Angst und Schmerz. Aus einer Selbstsucht heraus, die sich als Selbstschutz darstellt, vermeiden wir die Schritte zu tieferer Selbsterkenntnis und Befreiung. Wir nehmen lieber in Kauf, wiederholt Unglück zu erfahren, als kurzfristig Schmerz und Angst auszuhalten. Vielleicht so ähnlich wie eine Angst vor dem Zahnarzttermin? Das Ego erlaubt es offensichtlich viel lieber, dass kleinere Wellen von dauerhaftem Leiden uns erfüllen, als dass es eine größere und reinigende Welle zuließe, die mit der Bewusstwerdung durch uns hindurch fegt. Das ängstliche Ego fördert lieber ein dauerhaftes Leiden, weil es zu viel Angst vor dem Schmerz der Selbsterkenntnis und der Bewusstwerdung hat. Das Ego wird in seiner Struktur natürlich auch durch die Entwicklung des klaren, reinen Bewusstseins „bedroht“. So zeigt sich das Ego mit mangelhaftem Respekt und wenig Mitgefühl vor der eigenen Person und dem Bewusstsein. Die große reinigende Welle der Bewusstwerdung wird abgewehrt, das Ego verteidigt seine angsterfüllte Existenz. So leiden wir, während das Ego sich fürchtet, auf der Suche nach Struktur und Festigkeit.
Wir können uns annehmen, uns selbst liebevoll und respektvoll begegnen, mit unserer ganzen Geschichte und unserer gesamten unbewussten Welt.
Liebe heilt. Und Bewusstsein gehört zur Liebe.