Ein Blick in die Geschichte

Seit über 200 Jahren wird die hypnotische Suggestion zur Linderung oder Heilung von Leiden angewandt. Es wurden Schmerzen gebessert, Ängste verringert, Blutdruck und Kreislauf positiv beeinflusst, viele krankhafte Körperreaktionen geheilt, geistige und seelische Hilfen gegeben.
Um 1770 beschrieb Franz Mesmer, ein Mediziner, seine Theorie des „Animalischen Magnetismus“. Wesentlich für seine Methode war einerseits die Herbeiführung von krampfartigen Körperzuständen, wofür Magnete und andere Gerätschaften benutzt wurden. Durch eine solche Krise sollte ein harmonisches inneres Gleichgewicht und damit eine Gesundung des Patienten erreicht werden. Andererseits führte Mesmer aber die Beschreibung der sich selbst erfüllenden Heilungserwartung ein, er mobilisierte die Selbstheilungskräfte und die positiven Erwartungen seiner Patienten.
Seit vielen hundert Jahren wenden Heiler und Schamanen suggestive Methoden an, um die Kranken und Leidenden dazu zu bringen, ihre ureigensten inneren Kräfte zu ihrem Wohl zu verstärken und anzuwenden. Schüler von Mesmer entwickelten die Methoden weiter, verzichteten langsam auf die krampfartigen Krisen und kamen so auf eine weniger spektakuläre Art der Erzeugung von tranceartigen Zuständen.
Obwohl die medizinische Welt um 1800 die Erkenntnisse und Arbeiten von Mesmer und seinen Schülern in den Bereich des Okkulten verwiesen, setzte sich langsam die Erkenntnis durch, daß es sich bei den hypnotischen Zuständen um echte und wichtige menschliche Erscheinungen handelte, daß sie Aufschlüsse und Zugänge zur menschlichen Psyche bieten und daß sie einen Weg zur Linderung und Heilung von Krankheiten eröffnen können.
Bis 1880 zeigt sich eine zunehmende Ablehnung der medizinischen Welt gegenüber hypnotischen Phänomenen, bis der französische Neurologe Charcot in der Akademie der Wissenschaften in Paris auftrat. Charcot galt damals als der berühmteste Neurologe, mit der Hilfe seines Ansehens gewann die Hypnose gewaltig an Ansehen. Auch Sigmund Freud begab sich an die Klinik in Paris, die Salpêtrière, um diese Methoden zu studieren. Ein besonderer Ver-dienst von Charcot, von dem auch Freud profitierte, war die Ausarbeitung der Unterschiede zwischen rein organischen und psychisch bedingten Symptomen. Lähmungen, Schockerlebnisse, organisch oder psychisch bedingtes Vergessen (Verdrängen).
In der Salpêtrière wurde die moderne Forschung zur Hypnose wissenschaftlich begründet. Hier liegt auch die wichtigste moderne Quelle für die suggestiven Therapien, die heilende Einflußnahme auf einen Kranken über seine eigene Psyche.
Hypnotische Suggestionen können starke, wirksame geistige Vorstellungen auslösen, die ihrerseits wieder einen großen organischen Effekt haben.
Unsere gesamte Wahrnehmung, die in höchstem Maße über die Psyche, die Sensibilität und die Emotionalität gesteuert und gefärbt wird, ist über suggestive Methoden beeinflußbar. Da wir nun aber auch unsere Erfahrungen der Welt und damit unsere Wirklichkeit höchst subjektiv und individuell aufbauen, können wir die suggestiven Methoden zur Heilung und zur förderlichen Veränderung unserer selbst und der Welt einsetzen.